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Häufigste Fragen aus Arbeitnehmersicht

Bezüglich Kurzarbeit und Qualifizierung gibt es vor allem von Arbeitnehmern oft noch Fragen, die offen bleiben. Um Ihnen hier einen schnellen Überblick zu verschaffen, finden Sie im Folgenden die häufigsten Fragen zu diesem Themenbereich. 

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld liegt vor, wenn Ihr Arbeitgeber wegen Arbeitsausfall ihre regelmäßige Arbeitszeit kürzt, Sie also in Kurzarbeit entlässt. Laut Agentur für Arbeit haben Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn

  • ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt,
  • die betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sind,
  • die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind und
  • der Arbeitsausfall angezeigt worden ist.

Ihr Arbeitgeber muss ihre regelmäßige Arbeitszeit wegen Arbeitsausfall kürzen und einen Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einreichen. Dazu ist ihre schriftliche Zustimmung nötig. Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung und soll ihren Verdienstausfall zumindest teilweise ausgleichen. In den meisten Fällen wird Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen angezeigt, das heißt, weil die wirtschaftliche Lage Ihres Betriebes schlecht ist. Somit hilft das Kurzarbeitergeld auch ihren Arbeitsplatz zu erhalten, obwohl die aktuelle Situation Ihres Betriebes Entlassungen notwendig machen würde.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Rechtliches: Das Kurzarbeitergeld ist geregelt in den §§ 95 bis 109 SGB III.

Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung, die aus der Arbeitslosenversicherung finanziert wird und Ihnen einen Teil des Verdienstausfalls durch die Kurzarbeit ausgleicht. Dieser Lohnersatz beträgt 60% des eigentlich fälligen Netto­lohns. Für Arbeitnehmer, die mit mindestens einem Kind im Haushalt leben beträgt das Kurzarbeitergeld 67%. Das muss der Arbeit­geber mit beantragen. Einige Unternehmen stocken die Differenz zwischen eigentlichem Nettoentgelt und Kurzarbeitergeld auf, dazu sind sie jedoch nicht verpflichtet.

Auch beim Kurzarbeitergeld gab es im Zuge der aktuellen Krise Neuerungen. Die Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes wird bis zum 31.12.21 verlängert. Alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.21 entstanden ist, erhalten

  • ab dem vierten Monat des Bezugs von Kurz­arbeitergeld 70% des vorherigen Netto­lohns,
  • ab dem siebten Monat des Bezugs von Kurz­arbeitergeld 80% des vorherigen Netto­lohns.
  • Mit Kindern sind es ab dem vierten Monat 77% und ab dem siebten Monat 87% des vorherigen Netto­lohns.

Darf mein Arbeitgeber mir einfach so Kurzarbeit anordnen?

Nein, denn es gelten folgende Voraussetzungen:

  • Der Arbeitnehmer bzw. der Betriebsrat muss der Kurzarbeit zustimmen und eine Zusatzvereinbarung unterschreiben. 
  • Die Kurzarbeit wird vom Tarifvertrag geregelt. Dabei geht der Tarifvertrag einer Betriebsvereinbarung vor.

Wie lange kann Kurzarbeitergeld bezogen werden?

Die Anträge auf Kurzarbeitergeld haben im April 2020 einen Rekordwert erreicht. Für Kurzarbeit muss sich der Arbeitgeber eine Genehmigung seiner Mitarbeitenden einholen, falls es keinen Betriebsrat gibt, der darüber mitentscheidet, oder eine entsprechende Klausel über Kurzarbeit im Arbeitsvertrag festgelegt wurde.

Die Dauer ist in der Regel für 6 Monate festgelegt. Dabei wird jeweils im laufenden Monat der Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der zuständigen Arbeitsagentur gestellt. Die maximale Dauer für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist auf 12 Monate festegelegt.

In der Coronakrise wurde der Regelbezug von der Bundesregierung mit dem Beschluss vom 25.08.2020 auf 24 Monate ausgeweitet. Unternehmen können für ihre Mitarbeiter längstens bis zum 31.12.2021 Kurzarbeitergeld beziehen. Diese Maßnahme soll Arbeitgeber finanziell entlasten und die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise abschwächen. Dazu sollen aber auch die Beschäftigten auf die Zeit nach der Krise bestens vorbereitet werden. Daher gibt es zu der Verlängerung des Bezugszeitraums für das Kurzarbeitergeld folgende Neuerungen:

Die Sozialversicherungsbeiträge auf das Kurzarbeitergeld werden den Arbeitgebern erstattet. Diese Erstattung gilt bis zum Juni 2021. Sollten Mitarbeiter darüber hinaus in Kurzarbeit verbleiben, werden diese Beiträge nur erstattet, wenn die Beschäftigten sich weiterqualifizieren. Auch die Kosten für Weiterbildung werden ganz oder teilweise von der Agentur für Arbeit übernommen. Hierzu gelten die Regelungen des Qualifizierungschancengesetzes vom April 2020.

Stockt mein Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld auf?

Das ist dem Arbeitgeber überlassen, denn dazu ist er nicht verpflichtet. Jedoch gelten in vielen Branchen Tarifverträge, welche diese Situation regeln.

Darf ich in der Kurzarbeit etwas dazu verdienen und wieviel?

In der aktuellen Krise gab es einige gesetzliche Lockerungen. So wurde der Zugang für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld gelockert. Die gezahlten Leistungen im Rahmen des Kurzarbeitergeldes wurden erhöht und der Zugang zur Bildung und Qualifizierung erleichtert.

Zudem können Kurzarbeiter nach den neuen Regel nun mehr dazu verdienen: Ab dem 01.05.20 ist ein Hinzuver­dienst bis zur vollen Höhe Ihres bisherigen Monats­einkommens möglich. Die Beschränkung auf systemrelevante Berufe wird aufgehoben. Wurde eine Nebentätigkeit (sogenannter Minijobs bis 450 Euro) bereits vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt, wird dieser Nebenverdienst nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Für bis zum 31.12.20 aufgenommene Nebentätigkeiten bleibt die Hinzuverdienstmöglichkeit anrechnungsfrei. Hierzu darf das Kurzarbeitergeld, der Nebenverdienst und eventuelle Aufstockungen in der Summe das maßgebliche Soll-Entgelt nicht übersteigen. Bei einem Minijob als Hinzuverdienst wird auch ohne Berechnung angenommen, dass es nicht zu einem Überschreiten des maßgeblichen Solle-Entgelts kommt.

Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen werden insoweit bis zum 31.12.21 verlängert, als Entgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung, die während der Kurzarbeit aufgenommen wurde, anrechnungsfrei bleibt.

Wieso ist Weiterbildung während Kurzarbeit so wichtig?

Eine Weiterbildung kann Unternehmen und Arbeitnehmer helfen nach der Kurzarbeit gut aufgestellt zu sein und die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Die Digitalisierung schreitet auch oder gerade in Zeiten von Corona stetig voran. Kurzarbeit sollte daher genutzt werden, um die eigenen Kompetenzen auf den neusten Stand zu bringen. Dadurch werden Jobs gesichert und Unternehmen bleiben innovationsstark und wettbewerbsfähig. Betroffen sind nicht nur geringer qualifizierte Menschen, sondern auch Facharbeiter, Techniker und Ingenieure.

Sind sie nur vorübergehend in Kurzarbeit, so kommen voll allem kürzere Fortbildungen in Frage, bei denen Sie eine zusätzliche Qualifikation erlangen können. Zum Beispiel gibt es modulare Angebote, die zeitlich flexibel sind und angepasst werden können an Ihren persönlichen Bedarf. Ebenso bietet sich ein Lehrgang an, bei dem Sie ein Zertifikat erlangen können, wie den Ausbilderschein nach der AEVO (Ausbilder-Eignungsverordnung).

Sind Sie schon länger in Kurzarbeit und müssen davon ausgehen, dass es vorerst so weiter geht, bieten sich Qualifikationen für neue Arbeitsbereiche an. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber und finden Sie heraus, welche zusätzlichen Fähigkeiten zum Erhalt Ihres Arbeitsplatzes interessant sein können. Wo wollen Sie in Zukunft hin und wie können Sie Ihr Ziel erreichen? Ein Coaching kann Ihnen helfen dies herauszufinden.

Sind Sie unsicher, ob es nach der Kurzarbeit für Sie überhaupt weiter geht wie bisher? Sollte Ihre Arbeitsstelle bedroht sein und ein Jobwechsel erforderlich werden, können Sie dies als Chance sehen. Mit einer Weiterbildung oder Umschulung können Sie die Branche wechseln und Ihre Zukunft auf ein neues Fundament stellen. Auch hier kann ein Coachingtermin vorab sinnvoll sein. Denn so finden Sie heraus, welcher zukünftiger Berufsweg zu Ihnen passt und bekommen eine Übersicht über Ihre Möglichkeiten.

Wer finanziert meine Weiterbildung?

Ihre Weiterbildung wir über einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit finanziert. Die Höhe der Finanzierung richtet sich in der Regel nach der Größe Ihres Unternehmens und kann bei kleinen Unternehmen bis zu 100 % betragen. Bei größeren Unternehmen erfolgt bei einer genehmigten Weiterbildungsmaßnahme eine Bezuschussung durch den Arbeitgeber. In jedem Fall sollten Sie unbedingt mit ihrem Arbeitgeber über Ihre Pläne für eine Weiterbildung sprechen. Finden sich noch mehr interessierte Kollegen, kann ein Sammelantrag gestellt werden und die Arbeit für die Beantragungen erleichtert werden. Auch der Arbeitgeber kann den Bildungsgutschein für Sie beantragen.

Bekomme ich einen Bildungsgutschein während der Kurzarbeit?

Gibt es einen Bildungsgutschein bei Kurzarbeit?

Ja. Wenn Sie Kurzarbeitergeld beziehen, können Sie grundsätzlich auch eine Förderung Ihrer Weiterbildung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) in Anspruch nehmen. Es gelten dieselben Voraussetzungen wie beim Qualifizierungschancengesetz. Und so funktioniert es Schritt für Schritt:

Schritt 1: Weiterbildungsbedarf prüfen: Welche Weiterbildungsthemen interessieren Sie? Welche zukünftigen Kompetenzen benötigen Sie?

Schritt 2: Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber: Sie müssen Ihren Weiterbildungsbedarf mit Ihrem Arbeitgeber abstimmen. Nach der Abstimmung kann der Antrag auf Förderung sowohl von Ihnen als auch von Ihrem Arbeitgeber gestellt werden.

Schritt 3: Beratungstermin vereinbaren: Sie vereinbaren einen kostenlosen Beratungstermin bei einem unserer drei Partner und erhalten danach eine Beratungsquittung. Nun vereinbaren Sie einen Termin bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit. Sie oder Ihr Arbeitgeber können dort einen Bildungsgutschein während Kurzarbeit beantragen.

Unter den im Bildungsgutschein festgelegten Bedingungen können Sie nun den Bildungsgutschein bei einem für die Weiterbildungsförderung zugelassenen Träger ihrer Wahl einlösen.

Je nach Unternehmensgröße fällt die Quote der Förderung durch die Arbeitagenturen und Jobcenter unterschiedlich hoch aus. Nach der Beantragung erhalten Sie einen Bildungsgutschein, auf dem eine Förderquote ausgewiesen ist. Der Bildungsgutschein garantiert die Übernahme der Weiterbildungskosten durch die Agentur für Arbeit mit der festgestellten Quote. Bei Kleinen- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) liegt diese Quote zwischen 50 % unnd 100 %. Große Unternehmen und Konzerne bekommen einen Zuschuss zwischen 15 % und 25 %.

Kann ich die Weiterbildung auch Abends oder am Wochenende machen?

Die Kurzarbeit und die mit Corona einhergehenden Veränderungen auf dem Weiterbildungsmarkt, ermöglichen eine hohe Flexibilität in der Form der Qualifizierung. So konnten viele Bildungsträger innerhalb weniger Tage ein förderfähiges Angebot an Online-Kursen auf die Beine stellen, wenn sie nicht vorher schon im Bereich des Blended-Learning unterwegs waren.

Blended-Learning bedeutet, dass Sie einerseits selbstständig am PC, von überall aus, auf Ihre Weiterbildungsunterlagen zugreifen können und zu bestimmten Zeiten Vorlesungen stattfinden (Online/Offline), oder Sie direkt mit dem Lernberater oder Dozenten in Verbindung treten können, um Fragen zu klären. Es ist eine Mischform aus Onlineschulung und Präsenzunterricht, der ebenso am heimischen PC stattfinden kann.

So können Sie beispielsweise die Fragestellungen der Weiterbildung am Abend oder am Wochenende bearbeiten und für Rückfragen auf den Dozenten zurückgreifen. Da ein Wochenende und ein Feierabend auch für diese Berufsgruppe notwendig ist, werden persönliche Kontakte am späten Abend und am Wochenende unwahrscheinlich sein.

Wir geben Ihnen jedoch gerne Lernmaterial und Videoanleitungen an die Hand und Sie können zum Beispiel eine Maßnahme wählen, die in Teilzeit stattfindet. Wann Sie lernen, liegt dann ganz bei Ihnen.

Haben Sie weitere Fragen, die hier nicht aufgeführt sind? Dann setzen Sie sich gerne mit einem unserer Bildungspartner in Verbindung.