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Häufige Fragen aus Arbeitgebersicht

Rund um das Thema Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld und Qualifizierung treten häufig Fragen auf. Im Folgenden listen wir Ihnen die oftmals auftretenden Fragen zu dieser Thematik auf.

Was ist Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld?

  • In der Kurzarbeit wird die Arbeitszeit einiger oder aller Angestellten eines Unternehmens verkürzt, weil ein Arbeitsausfall besteht. Das kann die gesamte Belegschaft betreffen oder auch nur einzelne Abteilungen.
  • Sie als Arbeitgeber bezahlen während der Kurzarbeit Ihren Mitarbeitenden nur die Arbeitszeit, welche tatsächlich absolviert wurde. Die Arbeitsagentur übernimmt mit dem Kurzarbeitergeld eine Art Ersatzlohnzahlung für die Ausfallstunden.
  • Ihre Mitarbeitenden müssen bis zum Beginn der Kurzarbeit angesammelten Urlaub vom Vorjahr aufbrauchen. Negative Arbeitszeitsalden müssen nicht aufgebaut werden.

Welche Vorteile gibt es bei der Kurzarbeit?

Der größte Vorteil der Kurzarbeit besteht darin, dass Sie Ihren eingearbeiteten Arbeitskräften nicht kündigen müssen. Verbessert sich die Auftragslage, können Sie die Arbeitszeit einfach wieder erhöhen und verschwenden keine Energie in die Suche und Einstellung neuer Mitarbeiter. Außerdem stärken Sie so die Mitarbeiterbindung zum Unternehmen und signalisieren: Wir brauchen Sie!

Was sind die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld?

Sie haben als Unternehmen Anspruch auf Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld, wenn

  • 10% der Beschäftigen von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als 10 % des Bruttoarbeitsentgelts betroffen sind (gilt bis Ende 2020, siehe erleichterter Zugang).
  • Dabei sind Beschäftigte auch Geringverdiener, jedoch keine Auszubildenden.
  • aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund von unabwendbaren Ereignissen (z.B. Corona-Krise, Brand im Betrieb oder behördliche angeordnete Maßnahmen) ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall unvermeidbar ist.
  • eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens einem Arbeitnehmer vorliegt.
  • die Arbeitsverträge nicht gekündigt sind.
  • die Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur schriftlich/online beantragt wurde. (siehe Beantragung)

Um das Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur zu beantragen, muss zunächst angesammelter Urlaub genommen werden. Mit Überstunden/Zeitguthaben verhält es sich in gleicher Weise.

Kurzarbeitergeld 2021: Erleichterter Zugang bis Ende 2021

Aufgrund der Corona-Krise wurde ein erleichterter Zugang im neuen „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ festgelegt. Dieses wurde nun mit dem "Beschäftigungs­sicherungsgesetz" bis zum 31.12.21 verlängert und gilt für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.21 entstanden ist.

  • Früher mussten 30% der Belegschaft von einem Arbeitsausfall betroffen sein, nun reichen 10%.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge werden bis 30.06.21 vollständig erstattet. Anschließend zur Hälfte - längstens bis 31.12.21 - für alle Betriebe, die bis 30.06.21 mit Kurzarbeit begonnen haben. Die hälftige Erstattung der SV-Beiträge kann durch Qualifizierung während Kurzarbeit bis 31.12.21 auf 100% erhöht werden.
  • Leiharbeitnehmer können nun Kurzarbeitergeld beziehen.
  •  Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden („Minusstunden“) vor Zahlung des Kurzarbeitergeldes soll vollständig oder teilweise verzichtet werden können.

Wie lange wird das Kurzarbeitergeld ausgezahlt?

Gesetzlich ist eine Bezugsdauer von 12 Monaten festgelegt. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Dauer auf 21 Monate verlängert, wenn der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bereits bis zum 31.12.2019 entstanden ist.

Wo beantrage ich die Kurzarbeit für mein Unternehmen?

Die Kurzarbeit muss schriftlich oder online bei der Arbeitsagentur angezeigt werden. Auf der Website der Arbeitsagentur unter eServices finden Sie den entsprechenden Zugang. Sollten Sie noch keine Login-Daten besitzen, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Arbeitgeber-Service.
Sie können sich auch die Unterlagen zuschicken lassen. Zuständig ist die Agentur für Arbeit, in deren Bezirk Ihr Betrieb sich befindet.
Der Antrag ist innerhalb einer Frist von drei Monaten einzureichen.

Welche Unterlagen muss ich bei der Anzeige von Kurzarbeit vorlegen?
Sie benötigen folgende Nachwiese zur Prüfung der Voraussetzungen:

  • Ankündigung über Kurzarbeit bei den Beschäftigten
  • Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder Arbeitnehmern über die Einführung von Kurzarbeit
  • Vertragliche Zusatzvereinbarung oder Änderungskündigung

Welche Unterlagen muss ich bei der Anzeige von Kurzarbeit vorlegen?

Sie benötigen folgende Nachwiese zur Prüfung der Voraussetzungen:

  • Ankündigung über Kurzarbeit bei den Beschäftigten
  • Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder Arbeitnehmern über die Einführung von Kurzarbeit
  • Vertragliche Zusatzvereinbarung oder Änderungskündigung

Wie hoch fällt das Kurzarbeitergeld (KuG) aus?

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes ist in den §§ 105 und 106 SGB III sowie in der Verordnung über die pauschalisierten Nettoentgelte für das Kurzarbeitergeld geregelt und errechnet sich aus dem Nettoentgeltausfall.
Für Arbeitnehmer, die mindestens ein Kind im Sinne des Steuerrechts haben, 67 % und für übrige Arbeitnehmer 60 % der Nettoentgeltdifferenz (Nettoentgeltdifferenz = Sollentgelt – Istentgelt)
Aufgrund der Corona-Krise wurde eine befristete Erhöhung des Kurzarbeitergeldes bis zum 31.12.2020 (rückwirkend zum 01.03.2020) für die Arbeitnehmer festgelegt, welche einen Arbeitsausfall von mindestens 50 % haben. Das Kurzarbeitergeld wird

  • ab dem 4. Monat des Bezugs auf 77 % (für Haushalte mit Kindern) bzw. 70 % für die übrigen Berechtigten (allgemeiner Leistungssatz) erhöht.
  • ab dem 7. Monat des Bezugs auf 87 % (für Haushalte mit Kindern) bzw. 80 % für die übrigen Berechtigten (allgemeiner Leistungssatz) erhöht.

Eine Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes stellt die Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Dürfen Auszubildende in Kurzarbeit geschickt werden?

Nein. Auszubildende sind von den Regelungen der Kurzarbeit ausgenommen und erhalten demnach auch weiterhin die Ausbildungsvergütung (§ 19 BBiG). Das Unternehmen ist dazu verpflichtet die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Sie können beispielsweise den Lehrplan umstellen oder den Auszubildenden in eine andere Abteilung versetzen.

Muss der Betriebsrat bzw. die Arbeitnehmer der Kurzarbeit zustimmen?

Ja. Wenn Sie im Unternehmen einen Betriebsrat haben, muss dieser in die Entscheidung einbezogen werden und der Kurzarbeit zustimmen. 
Auch wenn Sie keinen Betriebsrat im Unternehmen haben, müssen die von der Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter dem Antrag zustimmen. Machen Sie dabei deutlich, dass Ihr Interesse darin besteht, Ihre Mitarbeiter zu halten und sie auch weiterhin beschäftigen möchten. Die Zustimmung muss im Arbeitsvertrag festgehalten werden, z.B. durch eine Zusatzvereinbarung. Wenden Sie sich bei der Formulierung am besten an Ihren Ansprechpartner der zuständigen Kammer oder Innung.

Darf ich während der Kurzarbeit neu einstellen?

Das wird wahrscheinlich nicht gehen, da Sie sich gegenüber der Bundesagentur für Arbeit widersprüchlich verhalten: Auf der einen Seite zeigen Sie Arbeitsausfall an und beziehen Kurzarbeitergeld, auf der anderen Seite stellen Sie neues Personal ein. 

Ausnahmen sind aber gegeben wenn:

  • eine völlig neue Stelle geschaffen wird, für die kein Arbeitnehmer die erforderliche Qualifikation besitzt
  • der Arbeitsvertrag wurde bereits vor der Kurzarbeitsphase beschlossen
  • der neue Arbeitnehmer wird in einem Bereich des Unternehmens eingesetzt, welcher von keiner Kurzarbeit betroffen ist.

Haben Sie weitere Fragen, die hier nicht aufgeführt sind? Dann setzen Sie sich gerne mit unseren Bildungspartnern in Verbindung oder informieren Sie sich beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur.